Organisation des Wochenmarktes
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Mitarbeiter beim Referat für Recht und Ordnung bei der Stadtverwaltung Kaiserslautern

Dietmar-Keller

 

Patrick-Bur

Fotos: Lautrer Kerwezeitung

 

Mit der Sackkarre von Stand zu Stand

Klaus Schwager sorgt seit 40 Jahren dafür, dass den Händlern nicht die Verpackung ausgeht

TuetenZu früh darf er nicht kommen. „Da sind die Marktleute noch mit dem Aufbau beschäftigt. Da sind sie nicht ansprechbar." Folglich beginnt Klaus Schwager seinen Rundgang erst gegen 7 Uhr. In der einen Hand das Blöckchen, in der anderen den Kugelschreiber, so hastet er in der Frühe von Stand zu Stand. „Braucht Ihr was?" lautet die immer wiederkehrende Frage. Auf die Antwort muss er nicht lange warten. Denn die Marktbeschicker wollen verkaufen. Was sie verkaufen, ob Blumen, Obst, Gemüse oder Wurst und Käse, die meiste Ware will ordentlich verpackt sein. Blumen wollen in dünnes Papier, Obst und Gemüse in Papier- und Plastiktüten gelegt sein, Ware aus der Metzgerei beansprucht spezielles, mit Wachs beschichtetes Papier, Oliven und Frischkäse werden haushaltsgerecht mit Vorliebe in Plastikbeutel und -schalen abgefüllt. So will es der Kunde. Klaus Schwager sorgt dafür, dass den Händlern die Verpackung nicht ausgeht. Und das seit 40 Jahren.

Hat er die Bestellungen entgegengenommen, fährt er mit seinem gelben Mercedes-Transporter in die Papiermühlstraße. Dort werden Tüten und Taschen, Schalen und Papier geladen. Wenig später wird das Verpackungsmaterial mit der Sackkarre von Stand zu Stand verteilt. „Größere Händler bekommen Originalpackungen mit bis zu 1000 Tüten, kleinere beziehen die Verpackung hunderterweise." Ist das Material verteilt, eilt Klaus Schwager wieder in die Papiermühlstraße, um die Rechnungen zu schreiben. „Marktgeschäft ist Bargeschäft." Danach wird kassiert. Ausnahme: Wenige größere Händler. „Sie erhalten eine Monatsrechnung." Klaus Schwager betreibt zusammen mit Lothar Lorenz (61) die Scharff & Höh + Wiebelt GmbH, eine Großhandlung für Papier, Verpackung, Schreibwaren, Dekorations- und Faschingsartikel in Kaiserslautern. Das Marktgeschäft sei eine feste Größe und mache fünf bis zehn Prozent vom Umsatz aus, so die beiden Inhaber. Darüber hinaus beliefert der Großhandel jede Menge Einzelhändler im Saar-Pfalz-Raum.

Klaus Schwager und Lothar Lorenz sind mit Papier groß geworden. Beide absolvierten zeitgleich eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei „Papier Müller", einem in der Eisenbahnstraße ansässigen Großhandel, der 1977 aus Altersgründen des Inhabers geschlossen wurde. Mit der Übernahme von Scharff & Höh, einem in Zweibrücken ansässigen Papiergroßhandel, schafften sie 1977 den Sprung in die Selbstständigkeit. Sechs Jahre später wurde der Firmensitz von Zweibrücken in die Papiermühlstraße verlegt, 1998 wurde die Firma Wiebelt, ein Papiergroßhandel in der Beethovenstraße, übernommen. Lothar Lorenz erinnert sich noch gerne an die Zeit, als er während seiner Ausbildung mit Rad und Anhänger wöchentlich auf den Markt fuhr, um Papier und Tüten zu verkaufen. „Tutte-Fritz", habe man ihn als Jungen bezeichnet. Dass Verpackungsmaterial aufgrund eines höheren Umweltbewusstsein weniger gefragt ist, kann Klaus Schwager nicht bestätigen. „Tüten und Beutel sind umweltfreundlicher geworden."

 

Das Abräumen läuft wie am Schnürchen

Marktbeschicker und Männer der Stadtreinigung arbeiten ab 14 Uhr Hand in Hand

AbraeumenDrei Bund Radieschen für einen Euro!" „Die Schale Erdbeeren für 1,50 Euro!" Wenn die Angebote auf dem Lauterer Wochenmarkt lautstark angepriesen werden, ist das Ende eines Markttages nicht mehr weit. Spätestens gegen halb zwei wird zusammengepackt. Je besser der Verkauf von Obst und Gemüse, von Fleisch und Backwaren, desto einfacher für die Händler, den Stand zu räumen. Bei der Entsorgung von Verpackungen sind die Marktbeschicker auf die Hilfe der Stadtreinigung angewiesen.

Wie an jedem Samstag lassen die Männer des Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungs-Eigenbetriebs Kaiserslautern (ASK) nicht auf sich warten. Pünktlich beziehen sie kurz vor 14 Uhr mit zwei Müllfahrzeugen in der Karl-Marx-Straße entlang dem Stiftsplatz Position. Mit Karl-Heinz Van Lier machen sich weitere vier Mitarbeiter des ASK in orangefarbenen Arbeitsanzügen nützlich. Sie nehmen Kartonagen und Holzkisten entgegen, die die Marktbeschicker nach und nach anschleppen. Auf Sackkarren und Hubwagen transportieren sie leere gestapelte Kisten und Kartons über den Stiftsplatz. Pappe und Holz landen im Bauch des einen, der Restmüll in der Rotation des anderen Entsorgungsfahrzeugs. „Kartonagen werden der Firma Becker für Recyclingzwecke zugeführt, der Restmüll ist für die Deponie bestimmt", so Van Lier.

Der Müllwerker kennt das Geschäft. Er ist seit über zwei Jahrzehnten bei der Stadtreinigung im Einsatz. Seitdem der Marktverein sich der Organisation der Entsorgung angenommen habe und jeder Verursacher von leeren Verpackungen selbst für den Bringdienst zu den städtischen Fahrzeugen verantwortlich sei, laufe das Abräumen der Stände wie am Schnürchen, meint Van Lier und fügt an: „Natürlich sind wir behilflich." In der Tat: Die Entsorgung läuft Hand in Hand. Kaum sind die Biotonnen mit Grünabfällen beisammen, fährt ein Tieflader vor und nimmt die 24 braunen Plastikgefäße auf.

Auf den Stiftsplatz dürfen die Reinigungsfahrzeuge wegen der Schwere ihrer Nutzlast nicht fahren. „Für die Decke der Tiefgarage wäre die Punktbelastung der 20-Tonner schädlich", so Volker Reinsch, der stellvertretende Direktor des ASK. Mühsam zu reinigen ist nach seinen Worten der Plattenbelag des Stiftsplatzes. Das China-Pflaster nehme den Schmutz stark auf und lasse eine Hochdruckreinigung nicht zu. „Die Verfugung würde Schaden nehmen." Reinsch lobt die gute Zusammenarbeit zwischen Marktbeschickern und den Männern der Stadtreinigung. „Das klappt hervorragend. Verbessern muss sich aber die Parksituation für die Müllfahrzeuge."

Peu à peu wird es auf dem Stiftsplatz leerer. Gegen 14.30 Uhr haben die meisten Verkaufswagen ihren Platz geräumt. Über Restabfälle auf dem Boden machen sich die Tauben her. Während Julia Holes die Metzgereitheke im Verkaufswagen von Jürgen Conrad mit heißem Wasser abwäscht, hat Lore Lorenz die letzten leeren Kisten und Steigen in ihrem Transporter verstaut. „Kleine Händler wie wir verwenden die Verpackungen mehrmals. Das ist auch eine Kostenfrage", argumentiert die Marktbeschickerin aus Steinbach am Donnersberg.

Zusammengeschrumpft ist der Obst- und Gemüse-Stand von Roland Wenger. „Aufbauen ist schöner als abbauen", meint Katja Maas. Nach einem Zehn-Stunden-Tag sei man einfach geschafft.

Mittlerweile macht sich Stefan Eicher mit einer motorisierten Kehrmaschine auf dem Marktplatz nützlich. Er zieht zwischen den noch wenigen Händlern, die ihre Waren und Stände verladen, seine Kreise und lässt die drahtigen Bürsten auf dem Pflaster rotieren. Eine gute halbe Stunde braucht er. Mit Greifzangen werden die letzten Zigarettenkippen vom Boden entfernt. Gegen 15 Uhr ist die Reinigungsaktion zu Ende, der Stiftsplatz wieder propper.


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