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Kristina Tuté bewirtschaftet den „Sulzhof“ im Donnersbergkreis mit Schafen, Kühen und Schweinen
Mit 19 Jahren machte sie Abitur. Statt Sozialpädagogik zu studieren bevorzugte sie dann doch eine Ausbildung als Einzelhandelskauffrau in einem Reform- und Naturkostladen. Heute steht Kristina Tuté als Landwirtschaftsmeisterin ihre Frau.
Auf dem „Sulzhof“ im Donnersbergkreis, einem 700 Jahre alten restaurierten und unter Denkmalschutz stehenden Bauernhof, bewirtschaftet die „Quereinsteigerin“ einen Bio-Land-Betrieb mit 34 Hektar Nutzfläche. Angebaut werden Dinkel und Roggen, Hafer, Gerste und Grünfutter. Daneben hat die junge Frau jede Menge Vierbeiner zu versorgen: 60 ostfriesische, schwarz-braune Milchschafe müssen von Februar bis Oktober täglich gemolken werden. „Ende Januar kommen die ersten Lämmer zur Welt“, gibt die Landwirtin einen Einblick in das Hofgeschehen. Fünf Kühe und vier Schweine ergänzen den Tierbestand auf dem Sulzhof. Was der Biobetrieb hergibt, vermarktet Kristina Tuté auf Wochenmärkten in Kaiserslautern, Rockenhausen und in Mainz.
Und das ist nicht gerade wenig. Ihr Verkaufsstand auf dem Stiftsplatz ist voll bestückt mit Fleisch, Käse und Backwaren. Zu den Rennern gehört der „Klingelwiesenkäse“, eine Mozarella ähnliche mit Bärlauch verarbeitete Käsesorte, die nach einer Wiese auf dem Sulzhof benannt ist. Im reichhaltigen ökologisch erzeugten Käsesortiment befinden sich derzeit sieben Eigenprodukte.
Ein weiterer Renner ist das „Donnersberger Sauerteigbrot“, das in länglichen, krustigen Zwei-Kilo-Laiben die hinteren Regale des Fahrgeschäfts füllt. Alle Vollkornbrote werden für den Verkauf ausgewogen. „Richtiges Sauerteigbrot aus Vollkornmehl ohne Hefe kann nicht jeder backen.“ Deshalb lässt Kristina Tuté ihre acht Brotsorten von einem Bäcker im Nachbarort zubereiten. Ebenso die Feinbackwaren wie Croissants, Hefegebäck und Kuchen. „Auch die hellen Backwaren sind zu hundert Prozent aus Dinkelmehl“, versichert sie.
Fleisch vom Sulzhof ist aus „hygienischen Gründen“ vakuum verpackt. Derzeit im Angebot ist ein schmackhafter Wildschweinschinken. Die zweieinhalb Kilo Butterstangen zwischen den Auslagen stammen nicht vom Sulzhof. Die Landwirtin mit Trachtenhut und blauem Küferhemd hat sie von einer Fortbildung ganz frisch aus dem Allgäu mitgebracht. „Gerne würde ich auch Butter selbst machen.“ Noch fehlen ihr die notwendigen Geräte.
Nach Kaiserslautern kommt sie gerne auf den Markt. „80 Prozent meiner Kunden sind Stammkunden.“ Und die interessieren sich auch schon mal für Decken aus Schafswolle und für kuschelweiche Schafsfelle. Beide Produkte sind am Stand von Kristina Tuté zu haben. „Bei Rückenschmerzen ein Schafsfell im Bett wirkt Wunder“, weiß die sympathische Landfrau, die in ihren Kindheitsträumen einem „südafrikanischen Farmer“ das Ja-Wort geben wollte und heute mit einem „Pfälzer Farmer“ verheiratet ist.
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